Artikel von David Mayer
Artikel von David Mayer

Neon

Das nennen wir Arbeit

Digitaler, flexibler und vor allem: bis ins hohe Alter – so sollen wir bald arbeiten. Aber kann das gut gehen? Zu Besuch bei Menschen, für die die Zukunft der Arbeit schon begonnen hat

Jetzt in Rente gehen. Ach, das wäre schön. Mehr reisen, mehr kochen, mehr lesen oder einfach gar nichts tun. Unsere Eltern machen es uns vor. Während wir uns im Berufsleben etablieren, verabschieden sie sich gerade in den Ruhestand. Nur: Wenn wir in ihr heutiges Alter kommen, haben wir noch viele Arbeitsjahre vor uns. Im Jahr 2060 können die Menschen frühestens mit 74 in den Ruhestand gehen, rechnete das Statistische Bundesamt kürzlich vor. Gleichzeitig soll bis dahin die Zahl der erwerbstätigen Menschen zwischen zwanzig und 64 Jahren um bis zu dreißig Prozent schrumpfen. Und jeder Dritte wird älter als 65 sein.
Manche Zukunftsprognosen erscheinen wie düstere Science­-Fiction-Filme, in denen der Bürger wieder zum Sklaven wird (und überall Roboter unterwegs sind). Fakt ist: In Zukunft werden immer weniger arbeitende Menschen immer mehr Rentner finanzieren müssen – und das in einer Arbeitswelt, die sich durch neue Technologien rasend schnell verändert. Wir sollen also nicht nur bis 74 arbeiten, sondern immer mobiler, digitaler und flexibler sein. Klingt anstrengend. Schon heute haben 43 Prozent aller Frührentner ihren Job wegen psychischer Störungen wie Burn­out aufgegeben. Seit den 90er Jahren hat sich diese Zahl verdreifacht. Wie soll das erst in Zukunft unter verschärften Bedingungen aussehen?
Anders als in düsteren Science­-Fiction­-Filmen ist die Lage jedoch nicht hoffnungslos. Allerdings müsste sich unsere Berufswelt von Grund auf ändern. »In Zukunft muss sich die Arbeit nach dem Leben der Menschen richten, sonst wird es nicht funktionieren«, sagt Ralph Bruder, Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft an der TU Darmstadt. Die gute Nachricht: Im Kleinen hat dieser Wandel bereits begonnen. Wir haben deshalb fünf Menschen und Firmen besucht, die Arbeit schon heute neu denken – ohne sich dabei selbst zu verlieren. Diese Beispiele zeigen, dass Arbeit vielleicht auch in der Zukunft zuweilen anstrengend sein wird, aber doch auch viel menschlicher und freundlicher sein könnte als die Jobs der Gegenwart.

Der Erleichterer

Im Ingolstädter Audi-Werk hat die Zukunft offenbar schon begonnen. Einarmig und mit leisem Zischen greift ein junger Mitarbeiter einen hüfthohen Stapel frisch gepresster Metallteile und hebt ihn locker auf eine Ablage. Allerdings: Nicht der Mann zischt, sondern der Elektrokran, dessen er sich wie eines verlängerten Arms bedienen kann. Auch Roboter werden im Autobau schon lange eingesetzt – dank neuer smarter Steuerungssoftware und Sensoren arbeiten sie immer enger mit den Menschen zusammen. Wird der Arbeiter zum Quasi-Cyborg?
Es müsse niemand Angst haben, dass Angestellte durch Androiden ersetzt werden, meint Max Bierwirth. »Eine Fabrik ohne Menschen wird es in absehbarer Zukunft nicht geben – das will auch niemand«, sagt der Ergonomieexperte, bevor er weiter zur nächsten Halle läuft. Wenn Bierwirth die Maschinen betrachtet, sieht er eher eine Chance, die Arbeitsplätze zu verbessern. Eigentlich hat der 34-Jährige – braune Haare, schmale Brille, frisch rasiert – BWL studiert, seine ehemaligen Kommilitonen machen Karriere als Gründer, Berater und Controller. Während sie die Menschen zu noch mehr Arbeit anspornen, will Bierwirth sie ihnen erleichtern. »Unsere Fachkräfte sollen bis ins hohe Alter hier arbeiten können – und das auch wollen«, sagt er, während er an einer Fertigungsstraße entlangführt. Der Reihe nach fahren Blechskelette an den Arbeitern vorbei.
Einer montiert die Rückspiegel, ein anderer befestigt schnell die Anschnallgurte. »Für Feinarbeiten ist die Hand immer noch das beste Werkzeug«, sagt Bierwirth. Und weil Jobs wie Mechatroniker durch immer neue Technik gleichzeitig immer anspruchsvoller werden, ist das Unternehmen mehr auf seine Mitarbeiter angewiesen denn je. Frühpensionierungen am laufenden Band, wie sie früher in der Industrie üblich waren, können sich Konzerne wie Audi nicht leisten. Dabei kommt das Unternehmen auf große und kleine Ideen: So werden Mate- rialkisten nun gekippt aufgestellt, damit man leichter hineingreifen kann. »Bald können unsere Roboter schwere Teile wie Heckklappen selbstständig in die richtige Position heben, die Menschen müssen sie nur noch montieren«, sagt Bierwirth.
Für Angestellte, die häufig in die Knie gehen müssen, plant man den Einsatz des »Chairless Chair«, eine Art Manschette, die man über die Hose zieht und auf der man in der Hocke sitzen und in aufrechter Position gehen kann. Nicht jede dieser Überlegungen ist in jeder Branche anwendbar: Sie zeigen aber, in welche Richtung sich die Berufswelt verändern muss. »Künftig sollte uns Arbeit nicht weniger krank, sondern sogar gesünder machen«, sagt die Personalwissenschaftlerin Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen. Klingt gut. Es reicht nicht, dass der Job den Körper schont. Auch andere Dinge, die lange Zeit als eherne Gesetze erschienen, müssen sich ändern. Wo wir arbeiten und wann und wie.

Die Ultraflexible

Freitagnachmittag im Café Kaisergarten in München-Schwabing. Während die meisten Gäste draußen auf der Terrasse die ersten ernst zu nehmenden Sonnenstrahlen des Jahres genießen, sitzt Carolin Eggers mit ihrem Laptop an einem Holztisch im Inneren. Dass sie ihre Arbeit im Café erledigt, kommt häufiger vor. Dabei ist Eggers nicht etwa eine hippe Freelancerin. Die Ärmel ihres blauen Businessblazers hat sie einmal umgeschlagen, direkt neben dem Eingang parkt ihr Sportwagen. Eggers ist eine Karrierefrau: Sie verkauft die Software ihres Arbeitgebers Microsoft an Großunternehmen. Manchmal eben aus dem Café.
Wenn heute von flexibler Arbeit die Rede ist, dann bedeutet das in vielen Firmen nicht mehr, als dass man mal früher nach Hause darf, wenn man den Chef nett fragt. Obwohl sich viele Unternehmen zum Beispiel das Thema Familienfreundlichkeit auf die Fahne schreiben, fanden in einer bundesweiten Umfrage nur neun Prozent der Arbeitnehmer, dass ihre Firma genügend dafür tut. Eggers’ Arbeitgeber Microsoft aber setzt auf Modelle, die »Vertrauensarbeitszeit« und »Vertrauensarbeitsort« heißen. Das heißt: Sie darf tatsächlich arbeiten, wann und wo sie will.
»Natürlich muss man sich selbst gut organisieren, aber dafür kann ich Arbeit, Familie und Freizeit aufeinander abstimmen«, sagt die 35-Jährige. Eggers setzt sich ihre eigenen Grenzen. Wenn sie mit ihrer zweijährigen Tochter auf dem Spielplatz ist, blickt sie prinzipiell nicht auf ihr Smartphone. Dafür kann es sein, dass sie sich abends am Rechner noch in eine Videokonferenz mit Kollegen in den USA einloggt. Dass sie online und erreichbar ist, sehen ihre Kollegen im System an einem grünen Punkt neben ihrem Profilfoto. Wo genau sie sich aufhält, interessiert niemanden. Als sie ihre Tochter in der Kita eingewöhnte, arbeitete Eggers gleich von dort. Ihre elf Mitarbeiter sitzen ohnehin in ganz Deutschland verteilt, Köln, Frankfurt, Böblingen.
Alle zwei Monate trifft sich das Team persönlich. Ansonsten vereinbart Eggers mit den Kollegen nur Ziele wie etwa Umsatzzahlen. Zu welcher Tages- oder Nachtzeit sie diese erreichen, überlässt Eggers ihnen. »Unsere Arbeit basiert auf Vertrauen – und das hat bisher noch niemand missbraucht«, sagt sie. Wenn überhaupt, sei das Gegenteil das Problem. Manche Mitarbeiter müsse man bremsen, weil sie sich zu viel zumuteten.
Dieses Modell funktioniert natürlich nicht für alle Berufe. Ein Herzchirurg kann nicht im Homeoffice arbeiten. Aber dass Angestellte oft von 8 bis 22 Uhr im Großraumbüro ausharren müssen, ergibt keinen Sinn. Menschen wie Carolin Eggers zeigen, dass ultraflexible Arbeitszeiten in mehr Berufen möglich sind, als uns die Wirtschaft weismachen will. Eggers kann sich nicht vorstellen, noch einmal anders zu arbeiten.

Der Pausenmacher

Auch Stefan Sagmeister liebt seinen Job. Aufgewachsen in Bregenz, lebt der Grafikdesigner heute in New York und entwirft Plattencover für die Rolling Stones oder Plakatwerbung für Levi’s. Aber es lief nicht immer so rund. »Ende der 90er-Jahre merkte ich, dass sich meine Ideen wiederholten«, erzählt Sagmeister während eines Vortrags. Kurzerhand schloss er sein Büro und nahm sich ein Jahr Auszeit. Wie sehr er von diesem Sabbatical profitieren würde, hätte er selbst nicht gedacht.
»Weil meine Arbeit besser wurde, konnte ich langfristig sogar mehr dafür in Rechnung stellen«, sagt er. Mittlerweile legt er alle sieben Jahre solch eine einjährige Auszeit ein. Allerdings nutzt Sagmeister seine Pausen nicht, um faul im Sand zu liegen, sondern um eigene Projekte umzusetzen und sich Fragen zu stellen, für die er sonst keine Zeit hat. Während eines Sabbaticals in Bali verwendete er etwa die umherstreunenden Straßenhunde als Motiv für eine T-Shirt-Serie. »Viele meiner Ideen aus den freien Projekten kann ich für meine Auftragsarbeiten nutzen«, sagt er. Er findet nicht, dass er faul ist. Seine Logik: Weil er kein Typ für den Ruhestand sei, verteile er die so gewonnenen Jahre auf sein Arbeitsleben.
Für unsere Generation ergibt das Prinzip ebenfalls Sinn. Da wir insgesamt länger arbeiten müssen, sollten wir zwischendurch Auszeiten einlegen. Tatsächlich stellen Experten genau diese Forderung: »Wir brauchen Berufswege, die auf jeder Stufe Auszeiten ermöglichen – für die Familie, aber auch zum Durchatmen und für die Abwechslung«, sagt Ursula Staudinger, Direktorin des Aging Centers an der Columbia University in New York. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass nur die Hälfte der Beschäftigten, die eine Auszeit beantragen, diese auch von ihrem Arbeitgeber in gewünschter Länge bewilligt bekommen. Dabei bräuchten wir die Pausen nicht nur einmal, sondern: immer wieder.

Die Jobhopperin

Derartige Auszeiten sind nicht als Urlaub gedacht, sondern sollen dazu dienen, die Arbeitsroutine zu durchbrechen und Neues kennenzulernen. Aber wäre es dann nicht konsequent, während des Arbeitslebens regelmäßig den Beruf zu wechseln? Catherine Knappe findet: auf jeden Fall. Nach knapp neun Jahren in der Marketingabteilung des Kosmetikkonzerns L’Oréal wechselte die rotgelockte, sorgsam gestylte 32-Jährige innerhalb des Unternehmens in den Vertrieb. »Meine Lernkurve wurde immer flacher. Ich wollte etwas Neues wagen«, erzählt Knappe. Statt für Kosmetikartikel wie Lippenstifte zu werben, verhandelt sie seit diesem Frühjahr mit den Drogeriemärkten darüber, wie viele Lippenstifte diese zu welchem Prei seinkaufen. Zur Vorbereitung besuchte sie ein Seminar in der Pariser Konzernzentrale. Das eigentliche Training fand aber im Job statt. Um keine ihrer neuen Aufgaben zu vergessen, führt Knappe eine To-do-Liste, wobei sie anfangs manche der Punkte nicht verstand. »Zum Glück sitze ich mit zwei tollen Kollegen im Zimmer, die mir alles geduldig erklären«, sagt Knappe. Aber auch das war neu. Als Leiterin eines Marketingteams hatte sie ein Einzelbüro gehabt. Mit dem Vertriebsteamleiter stand sie auf einer vergleichbaren Hierarchiestufe, heute ist er ihr Chef. Aber genau diesen Schritt zurück wollte Knappe gehen. Um später mit zwei Fachgebieten bessere Karrieremöglichkeiten zu haben und um die Erfahrung zu machen, nochmal von vorn anzufangen. Für sie hat der Berufswechsel funktioniert. Zumindest bisher.
Gerade in einem Land, in dem die Karriere oft schon ab der vierten Klasse vorgezeichnet ist, sorgen solche Sonderwege noch immer für Staunen. Aber Wechsel wie der von Knappe sind nur der Anfang. »In Zukunft werden einige Menschen auch mit fünfzig noch mal eine neue Ausbildung starten«, sagt Personalforscherin Rump. Klar, die meisten Dachdecker können nicht bis 75 auf die Leiter steigen. Und auch der Busfahrer muss etwas Neues lernen, wenn ihn ein selbstfahrendes Fahrzeug ersetzt. Andererseits: Sind fünfzig Jahre nicht sowieso ein bisschen lang, um immer denselben Beruf auszuüben? Und es kann ja nicht schaden, in Bewegung zu bleiben. Das hält schließlich fit.

Die Revoluzzer

Montagvormittag in einem Hinterhof am Rand von Berlin-Kreuzberg. Im Erdgeschoss gegenüber sperrt der junge Schuhmacher gerade sein Atelier auf. In der dritten Etage eines Backsteinhauses entwickeln die dreißig Gründer der Innovationsagentur Dark Horse Produkte und Dienstleistungen für Unternehmen – zuletzt etwa einen communitybasierten Paketservice. Gleichzeitig wollen sie die Arbeit neu erfinden. Zumindest ein bisschen. »Wir arbeiten absolut gleichberechtigt«, erklärt Mitgründer Jasper Grote – breite Schultern, dicke Brille, blauer Frotteepullover –, während er auf seinem Stuhl an einem langen Holztisch gefährlich weit nach hinten kippt.
Als die ehemaligen Kommilitonen die Agentur vor sechs Jahren gründeten, war ihnen klar, dass sie keine traditionellen Hierarchien wollten. Also suchten sie nach neuen Arbeitsmodellen und landeten bei der sogenannten Soziokratie. »Im Alltag bedeutet das, dass wir alle strategischen Entscheidungen gemeinsam treffen«, sagt Texter Grote. Einer entwickelt einen Vorschlag, die anderen dürfen Fragen stellen und ein Veto einlegen. Und so sprechen die Gründer zum Beispiel jedes Jahr aufs Neue darüber, wie sie ihre Einnahmen verteilen. Natürlich ist dieses System gnadenlos ineffizient«, sagt Grote. Aber es erlaubt den Gründern, Schritt für Schritt genau die Bedingungen zu schaffen, in denen sich alle wohlfühlen.
Zum Beispiel haben sie sich bislang gegen einen Investor entschieden, um wirklich selbst- bestimmt zu bleiben. Sie wollen auch nicht zu schnell wachsen. Lieber sagen sie einen Auftrag mal ab, wenn es ihnen zu viel wird. Und auf Termine fahren die Gründer grundsätzlich mindestens zu zweit – einfach weil es dann mehr Spaß macht. Nach harten Anfangsjahren stehen die Unternehmen heute Schlange. Mittlerweile beraten Grote und seine Mitgründer ihre Kunden auch darin, wie diese für Mitarbeiter attraktiver werden können – etwa mit Soziokratieansätzen. Wäre es nicht schön, wenn sich dieser Trend durchsetzen würde? Denn wer fünfzig Jahre lang arbeitet, sollte doch auch mitreden dürfen, wie sein Arbeitsalltag aussieht. Eine Wochenbesprechung, in der jeder im Team ein Vetorecht hat, klingt doch ganz gut. Dabei muss ja nicht gleich die Verteilung der Konzerngewinne besprochen werden. Andererseits: Etwas mehr Geld am Ende des Monats wäre eigentlich nicht schlecht.

Und jetzt?

Für manche mögen diese Ideen utopisch klingen. Aber die fünf hier vorgestellten Menschen beweisen, dass es möglich ist, sie umzusetzen. Und dass die Zukunft der Arbeit nicht düster
sein muss, sondern angenehm und entspannt werden kann. Damit das für alle funktioniert, müssen Unternehmen und Arbeitnehmer aber mit alten Traditionen und lieb gewonnenen Routinen brechen und sich selbst grundlegend verändern. Was Mut macht: Wir haben nicht nur die Argumente auf unserer Seite, sondern sind auch in einer guten Verhandlungsposition. Innerhalb der kommenden fünfzehn Jahre werden den Unternehmen zehn Millionen Mitarbeiter fehlen. Ein guter Zeitpunkt also, um auf unsere Bedingungen zu pochen. »Die kommende Generation könnte das große Los gezogen haben«, sagt auch die Alternsforscherin Ursula Staudinger. Vielleicht ist es doch zu früh, von der Rente zu träumen.

Beef!

I have a bean!

In Deutschland schießen die Kleinröstereien förmlich aus dem Boden. Sie zeigen, was wirklich in den Kaffeebohnen steckt. Aber wie genau funktioniert eigentlich ihr Handwerk?

Ein Feuer, eine Pfanne und rohe Bohnen: Viel mehr braucht es nicht für eine äthiopische Kaffeezeremonie. Doch wer einmal dabei war, wird dieses Erlebnis so schnell nicht vergessen. »Viel beeindruckender als der Geschmack ist das Gemeinschaftsgefühl und die feierliche Stimmung«, sagt Sebastian Breuer, Chefröster der Elbgold-Rösterei in Hamburg. Die Teilnehmer sitzen dabei zusammen auf dem Boden, während die Gastgeberin die Bohnen über dem offenen Feuer röstet. Sind diese dunkel genug, zerstößt sie sie von Hand mit einem Stößel, brüht das Pulver auf und schenkt die dampfende Flüssigkeit ein. Seit Hunderten von Jahren hat sich an diesem Ritual wenig geändert. Neu ist nur, dass unter den Gästen immer öfter deutsche Röster wie Breuer sitzen. Auf der Suche nach den besten Bohnen reisen sie nach Äthiopien, Kolumbien oder Indonesien. Man könnte sagen: Sie sind die Botschafter einer neuen braunen Bewegung.
Wie viele andere Europäer entdecken die Deutschen gerade ihren Kaffee aufs Neue. Das liegt vor allem an den vielen Kleinröstereien, die von Berlin bis Altenmarkt in der oberbayerischen Provinz aufploppen. Ihre Betreiber fliegen nicht nur auf Bohnensuche um die Welt, sie zeigen ihren Kunden auch, was in den Bohnen steckt. »Kaffeeee ist vielfältiger als Wein«, sagt Jan-Cort Hoban, Inhaber von Mr. Hoban’s Coffee Roastery in Hamburg.
Um den Bohnen ihren Geschmacksreichtum zu entlocken, konzentrieren sich Enthusiasten wie Hoban oder Breuer wieder ganz auf den zentralen Teil der Zubereitung: das Rösten. »Nur wenn dieser Prozess exakt auf die jeweiligen Bohnen abgestimmt ist, können sie ihr ganzes Aroma entfalten«, sagt Hoban. Wer hätte gedacht, dass Kaffee nach Hibiskus, Ananas oder sogar Tomate schmecken kann? Und noch viel wichtiger: Warum erfahren das viele Kaffeetrinker erst jetzt?
An mangelnder Übung liegt es jedenfalls nicht. 165 Liter Kaffee pro Jahr trinkt jeder Deutsche im Durchschnitt – und damit mehr als Wasser (145 Liter). Doch so großer Durst hat Folgen. Um ihn zu Kampfpreisen von unter zehn Euro für ein Kilo Bohnen zu stillen, sparen manche Anbieter unter anderem an der Röstung. Quasi im Schnellverfahren schütten sie die grünen Bohnen – vereinfacht gesagt – in riesige Tanks, blasen 600 Grad heiße Luft hinein und holen sie nur eine Minute später braun wieder heraus. Das Problem: Auf diese Weise werden sie nur kurz von außen erhitzt, aber nicht bis zum Kern durchgeröstet, ihr Aroma bleibt oberflächlich. Mit der ursprünglichen handwerklichen Röstung hat das in etwa so viel zu tun wie Hähnchen aus Massenhaltung mit freilaufenden Hühnern.
Spezialisten rösten die Bohnen in kleinen Chargen (etwa fünf bis 30 Kilo) bei niedriger Hitze (bis gut 200 Grad) über längere Zeit (zehn bis 20 Minuten). Fast alle arbeiten mit rotierenden, von außen beheizten Metalltrommeln, in denen die Bohnen durch Konvektionshitze rösten, also sowohl durch den Kontakt zur heißen Wand als auch durch die heiße Luft im Inneren. Indem die Röster die Temperatur steuern, können sie den Prozess genau kontrollieren. »Es kommt darauf an, so zu rösten, dass der Charakter der Bohnen unterstrichen wird«, sagt Sebastian Breuer.
Dieser Charakter hängt unter anderem davon ab, um welche Sorte Bohnen es sich handelt, aus welcher Region sie kommen, wie hoch ihr Anbaugebiet liegt und wie sie gewaschen wurden. Darüber hinaus berücksichtigen Röster den Geschmack ihrer Kunden und entziehen den Bohnen Chlorogensäure, die sonst auf den Magen schlägt. »Ein guter Röster muss eine große Leidenschaft für das Produkt mitbringen, über einen feinen Geschmackssinn verfügen und experimentierfreudig sein«, sagt Jan-Cort Hoban. So komplex die Aufgabe ist, so simpel sind die Grundregeln des Handwerks. Hell geröstete Bohnen schmecken eher säuerlich fruchtig, dunkle Varianten eher kräftig würzig. Damit manche kenianische Bohnen ihr Aroma von schwarzer Johannisbeere am besten entfalten, reichen ihnen schon zehn Minuten Röstung. Manche Espressomischungen brauchen hingegen bis zu 20 Minuten, um ihre holzigen Noten zu entwickeln.
Aber der Reihe nach: Wenn die Röster die rohen Bohnen aus den Säcken in die vorgeheizten Trommeln schütten, sind diese noch grün, hart und duften etwas nach Wiese. Während ihre Temperatur steigt, beginnt zunächst die Trockenphase, die Bohnen färben sich gelb, das Wasser in ihrem Inneren beginnt zu verdampfen und ihr Säureanteil steigt. Nach etwa zehn Minuten kommt es bei den nun hellbraunen Bohnen zum »first crack« – und der ist ganz wörtlich zu nehmen. In der Trommel knistert und knackt es, weil die Zellwände der durch den Dampfdruck aufgeblähten Bohnen bersten. Ab jetzt verlieren sie wieder an Säure, der enthaltene Zucker karamellisiert und neue Aromen entstehen. Schließlich kommt es zum »second crack«, nun verbrennen die Zellstrukturen der inzwischen braunen Bohnen. Aber Vorsicht: Wer sie zu lange röstet, zerstört das Ergebnis. »Nach süß kommt bitter«, sagt Jan-Cort Hoban. Irgendwann schmecken alle Bohnen nach Asche.
Wie genau der ideale Temperaturverlauf für jede einzelne Bohne oder Bohnenmischung aussieht, kann kein Mensch auf Anhieb sagen. Deswegen führen die Profis zunächst Proberöstungen mit wenigen Hundert Gramm durch und testen sich so an den idealen Röstgrad heran. Obwohl eine Software die Verläufe aufzeichnet, hat Jan-Cort Hoban Stift und Papier immer griffbereit. »So kann ich mir für jede Röstung Geschmacksnotizen machen«, erklärt er. Sobald der Röstgrad feststeht, kann die reguläre Röstung starten. Direkt im Anschluss kommen sie zum Abkühlen noch in ein Rührwerk.
Dass die Röstungen immer exotischer werden, liegt auch am neuen Wagemut der Kunden. Fasziniert von der Vielfalt, kaufen sich immer mehr Menschen Handfilter, wie den »V60« von Hario, für eine besonders aromafreundliche Zubereitung und probieren sich durch die verschiedenen Geschmacksrichtungen. »Früher wollten die Deutschen vor allem schokoladige Aromen, heute sind sie viel offener für fruchtige Kaffees«, sagt Hoban. Damit wiederum liegen sie ganz auf der Linie der jungen Röster. Unter ihnen gilt das Motto, in möglichst kurzer Zeit die perfekte Röstung zu erzielen.
In Skandinavien ist dieser Leitsatz schon lange Allgemeingut. Ähnlich wie Taiwaner oder Japaner mögen die Nordeuropäer ihren Kaffee gerne hell geröstet, also fruchtbetont. Auch sonst sind sie dem Rest des Kontinents kulinarisch in vielem voraus. Gerade Dänemark und Schweden gelten als Hochburg der neuen europäischen Kaffeebewegung. »Wir interessieren uns heute einfach sehr für lokal produzierte Lebensmittel und Getränke – und dazu gehört eben auch hochwertiger, lokal gerösteter Kaffee«, sagt Christian Gullbrandsson, Chefröster der Rösterei de Matteo in Göteborg und Gewinner der nordischen Röstmeisterschaft 2014.
Was genau es braucht, um aus den besten Röstern Europas herauszustechen? »Vor allem muss man Aromen genau erkennen können, um zu wissen, welche Bohnen man braucht und wie man sie röstet. Und genau das ist meine Stärke. Ich liebe Aromen«, sagt Gullbrandsson. Ganz im Stile seiner Landsleute bevorzugt er leichte Röstungen. »Ich möchte meinen Ka ees eigentlich keine Röstaromen hinzufügen, sie aber trotzdem so weit rösten, dass sie weder ‚grün‘ noch unterentwickelt schmecken«, sagt er. Sein Ziel: so viele natürliche Aromen wie möglich hervorheben und die richtige Balance zwischen Süße, Säure und Körper finden.
Um es darin zum Meister zu bringen, hilft es, früh anzufangen, zum Beispiel wie Gull- brandsson im Alter von sieben Jahren. Die gute Nachricht: Weil sich Röster wie Gullbrandsson, Hoban oder Breuer zu Höchstleistungen anstacheln, dürfen sich die Konsumenten über immer neue hochwertige und vielfältige Kaffees freuen. Und wer selbst ein erstes Gefühl für dieses Handwerk bekom- men will, kann es einfach aus- probieren. Dafür braucht es nicht mehr als ein Feuer, eine Pfanne, rohe Bohnen – und jede Menge Experimentierfreude.

DB Mobil

Willkommen am Lagerfeuer

Vom Straßenkünstler zum Doktor der Nation: Medizin-Komiker Eckart von Hirschhausen begeistert im TV Millionen. Höchste Zeit für eine Visite

Gegen 21 Uhr hat er sie so weit: Rund 2000 erwachsene Menschen singen »Heile, heile Gänsje«. Eine Stunde zuvor hat Medizin-Komiker Eckart von Hirschhausen die Bühne des Münchner Circus Krone betreten. Wie schon am Vorabend spielt er sein aktuelles Programm »Wunderheiler« – ein Ritt durch die Absurditäten des Glaubenskriegs zwischen Schulmedizin und alternativen Heilmethoden. Nun also: die kollektive Gesangseinlage. Von Hirschhausen weckt beim Publikum Kindheitserinnerungen, wie ein von Mama vorgetragenes Lied manchen Schmerz besser heilt als jede Medizin. Und ehe sich die Zuschauer versehen, trällern sie schon mit. Der Entertainer strahlt.

Es ist ein typischer Hirschhausen-Moment. Mit seinem Ansatz, aktuelle Erkenntnisse der Medizin verständlich und unterhaltsam zu vermitteln, begeistert er eine riesige Fangemeinschaft. Seine Bühnenshows sind ausverkauft, seine Bücher schießen auf Platz eins der Bestsellerlisten, der ARD beschert er als Moderator ein Millionenpublikum. Aber nicht alle stimmen in von Hirschhausens Lieder mit ein. Zu simpel wirken seine Weisheiten und Wortspiele auf manche Kritiker, vielleicht auch ein bisschen zu brav. So oder so, er steht vor einem weiteren Höhepunkt seiner Karriere: Am 30. August will Eckart von Hirschhausen sein »Wunderheiler«-Programm auf der Berliner Waldbühne vor 20.000 Zuschauern spielen. Wie konnte es so weit kommen? Und wer ist der Mann, der so viele Nerven trifft? Um sich den Antworten auf diese Fragen zu nähern, begleitete mobil von Hirschhausen zwei Tage lang in München und Berlin.

In einem Hintergebäude des Circus Krone in München, zehn Minuten vor Auftritt. »Eckart, du weißt, wie spät es ist?«, fragt ein Mitarbeiter nervös. »Klar!«, antwortet von Hirschhausen, der auf einer Holzbank sitzt und eine Tageszeitung vor sich hält. Von hinten schaut ihm – kein Scherz – ein waschechtes Nilpferd über die Schulter. Genauer gesagt handelt es sich um ein Zirkustier, das in der auftrittsfreien Zeit hier in einem Wasserbecken untergebracht ist. Hirschhausen will jetzt, unmittelbar vor Beginn der Show, mit dem Nilpferd noch ein Motiv einer bekannten Werbekampagne nachstellen. Dass er es pünktlich auf die Bühne schafft, gleicht einem Wunder. »Wenn mir solche Ideen kommen, will ich sie auch ausprobieren und vergesse manchmal, was wichtig ist«, sagt er später. »Für mein Umfeld ist das nicht einfach. Aber diese Begeisterungsfähigkeit hatte ich schon als Kind.«

Trotz Adelstitel: Von Hirschhausen, geboren 1967, wächst in einfachen Verhältnissen auf. Seine Großeltern flüchteten im Zweiten Weltkrieg aus dem Baltikum nach Deutschland, Mutter und Vater wohnen mit Eckart und seinen drei Geschwistern in einer Sozialwohnung in Berlin-Zehlendorf. Seine Neugier und seinen Bildungshunger führt er auch auf die Entwurzelung seiner Familie zurück. »Meine Großmutter erinnerte uns immer daran: Wenn alles weg ist, bleibt dir, was du im Kopf und im Herzen hast«. Mit zehn Jahren sammelt er Witze und schneidet Comics aus. Auf Kindergeburtstagen tritt er als Zauberer auf. Bald setzt er seine Ideen und seine Offenheit auch für seine Überzeugungen ein. Er engagiert sich als Schülersprecher und boxt am Gymnasium eine Aluminiumsammlung zum Recycling durch.

Etwas bewegen will von Hirschhausen auch heute. Ortstermin am Deutschen Herzzentrum Berlin. Es ist 9.30 Uhr, und der Unterhalter begleitet die Übergabe eines von 750 Vorlese- und Erzählkoffern der Deutsche Bahn Stiftung und der Stiftung Lesen an die Kinderstation der Klinik. Die Koffer sollen den jüngsten Patienten Freude und Mut schenken. Die Kraft positiver Psychologie ist von Hirschhausens Lebensthema, er ist in seinem Element. Innerhalb von 20 Minuten spielt er mit zwei Kindern, gibt Interviews, lädt drei Schwestern zum Waldbühnen-Auftritt ein und klärt mit zwei Klinik-Clowns die nächsten gemeinsamen Termine.

Kontaktscheu kennt von Hirschhausen nicht. Sein Medizinstudium finanziert er neben einem Stipendium mit Auftritten als Straßenkünstler. Eineinhalb Jahre arbeitet er als Arzt im Praktikum in der Kinderneurologie der FU Berlin, durch seinen Zeitvertrag kann er nach der Fusion mit der Berliner Charité nicht weiterbeschäftigt werden. »Wir brauchen keinen Gute-Laune-Onkel«, antwortet ihm die Chefin eines anderen Hauses, als er im Bewerbungsgespräch vom achtsamen Umgang mit Patienten spricht. Von Hirschhausen setzt nun ganz auf seine Künstlerkarriere. Als zaubernder Kandidat der TV-Sendung »Geld oder Liebe« wendet er sich 1995 direkt an die Zuschauer: »Ich möchte Medizin mit Humor verbinden!« Prompt engagiert ihn der Radiosender Antenne Bayern für eine Zaubertour durch Krankenhäuser. Vielleicht erklärt diese Episode, warum sich von Hirschhausen auch heute noch vermarktet wie kaum ein Zweiter. Dass er sich auf dünnem Eis bewegt, weiß er: »Klar, geht das manchen auf den Keks. Aber ich lebe davon und dafür, dass die Menschen zu meinen Auftritten kommen. Und irgendwie müssen sie davon erfahren.«

Zurück in München. Nach seiner letzten Verbeugung auf der Bühne läuft von Hirschhausen zum Laptop hinter der Kulisse und schreibt seinen Facebook-Fans eine Nachricht. Vom Rechner eilt er zum Stand mit seinen Fanartikeln. Neben T-Shirts verkaufen Mitarbeiter dort auch Babystrampler samt Aufschrift »Zum Lachen geboren«. Davor warten die Autogrammjäger, unter ihnen die für die Veranstaltung gebuchten Sanitäter. Dass auch viele Ärzte, Pflegekräfte und Medizinstudenten seine Shows besuchen, freut von Hirschhausen besonders. Seine Pointen und Tipps, gedacht als Anstöße, sollen für jeden verständlich sein und gleichzeitig fachlich korrekt.

Bis von Hirschhausen seine heutige Rolle als unterhaltsamer Medizinmann gefunden hat, vergeht einige Zeit. Ab Ende der 90er-Jahre moderiert er regelmäßig eine Kabarettshow vor rund 200 Zuschauern auf einer Bühne in einem Autohaus inmitten von Plattenbauten in Berlin-Lichtenberg. Eine Bandscheiben­verletzung der Entertainerin Gale Tufts beschert ihm seinen ersten großen Auftritt in der Berliner Bar Jeder Vernunft. Etwas komplizierter gestaltet sich sein Weg ins TV-Geschäft. Nach fünf Jahren setzt der Hessische Rundfunk seine Sendung »Service Gesundheit« im Zuge einer personellen Umstrukturierung ab.

Ein Versuch als Gagschreiber für das RTL-Format »7 Tage, 7 Köpfe« scheitert. »Vor allem das Aus der HR-Sendung hat mich Nerven gekostet und gekränkt«, erinnert sich von Hirschhausen. Doch das Ende hat auch sein Gutes: Er schreibt sein erstes Buch und landet mit »Arzt-Deutsch/Deutsch-Arzt« einen Bestseller. Als er es in der Late-Night-Show »Harald Schmidt« vorstellt, ist Schmidt so von seinem Gast angetan, dass er ihn für eine eigene Rubrik in die Sendung holt. Mit der »Hirschhausen Akademie« gelingt dem Medizin-Komiker 2007 auch im TV der Durchbruch. Seither sendet er auf allen Kanälen.

Wohin soll das führen? Von Hirschhausen runzelt die Stirn: »Mir ist schon klar, dass es größer nicht mehr wird. Man kann sich ja nicht ständig neu erfinden.« Öffentlicher Hohn, wie ihn Thomas Gottschalk und sein »Wetten, dass ..?«-Nachfolger Markus Lanz einstecken mussten, hat von Hirschhausen erschreckt. »Ich bewundere Leute wie Hape Kerkeling, die selbst entschieden haben, wann sie kürzertreten«, sagt er.

Aber erst mal darf es noch ein wenig weitergehen wie bisher. In Berlin steht von Hirschhausen nun auf der Waldbühne vor leeren Rängen. Er ist für einen Fototermin hier und posiert mit seiner ledernen Arzttasche. Wie im Circus Krone, nur wesentlich  größer, bildet die Tribüne ein Rund. »So sehen sich die Zuschauer gegenseitig, und es entsteht ein Gemeinschaftsgefühl«, sagt von Hirschhausen. Den Vorwurf, seine Komik sei nicht bissig genug, weil sie niemanden verletze, hat er nie verstanden. »Ich öffne Menschen lieber Türen, als dass ich andere bloßstelle«, sagt er. Und so wird er wohl auch Ende August auf der Waldbühne wie immer im zweiten Teil des »Wunderheiler«-Programms an einem eigens installierten kleinen Lagerfeuer sitzen und einige jener persönlich erlebten Wunder vorlesen, die seine Zuschauer vorher auf die ausgelegten Zettel geschrieben haben. Die Hitze der Flammen wird nur von Hirschhausen spüren. Aber ein bisschen wärmer wird es danach jedem der rund 20 000 Zuschauer sein.